Audi prologue Avant: Studie für den nächsten Luxusreiter

1. März 2015
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Audi gibt bei seiner neuesten Studie irgendwie allen Extras eine Chance: Avant, quattro, RS, e-tron, Laserlicht, Luxus. Der Audi prologue Avant soll als Wegweiser für künftige Luxusmodelle (vor allem den A8) fungieren, mit etwas weniger futuristischer Optik könnte man ihm aber auch Verwandtschaft zum gelifteten Audi A6 attestieren.

Futuristisches Design der Audi prologue Avant-Heckpartie

Die futuristische Formgebung des Audi prologue Avant findet auch am Heck Zuflucht.

Ziemlich breites wie flaches Karosseriebild

Sichtlich ein Audianer der Neuzeit: Moderne Formgebung, klare Kante, Sportback-typische Heckpartie. Mit dem Audi prologue Avant zeigen die Ingolstädter schon mal das Design für die nächsten Jahre und Modelle. Verwaschen ist die plastische Annäherung von Singleframe-Grill und Scheinwerferkontur längst nicht, sie ist aber genauso wenig eigenständig nachdem TT und Q3 sich bereits an ihr bedient haben.

Beim prologue kommt aber speziell der Kühlergrill zum Tragen, der deutlich breiter ausfällt als in der Serie üblich (auch wenn es sich bisweilen nur um ein Showcar handelt). Die wuchtigen 22-Zoll-Felgen zeigen ein überarbeitetes Rotor-Design, was bislang gerne im RS-Umfeld erfolgreich zum Einsatz kam. Sie demonstrieren die ebenso schnittige wie futuristische Haltung des Audi prologue Avant, bei dem alles etwas flacher ausfallen darf.

Seitenpartie des Studienfahrzeugs Audi prologue Avant

Flach, gestreckt, bullig: Der Audi prologue Avant lässt optisch jedenfalls sie Sau raus.

Durch vertikal zusammengezogene Formen wirkt alles deutlich breiter als es rational betrachtet der Fall ist. Die Flaps links und rechts der Frontschürze reduzieren optisch die Höhe des Bugs, durch zusätzliche Tagfahrlichtbänder wirkt die verbliebene Fläche zudem massiver. Scheinwerfer und Rückleuchten liegen auf einer Linie, die durch eine sichtbare Falz erkennbar bleibt.

Neu ist beim Audi prologue Avant aber der durchgehende Leuchtstreifen auf dem Kofferraumdeckel, der sowohl bei der Dach- wie auch der Ladekante einen parallelen Gegenspieler findet. Die trapezförmigen Endrohre sind ähnlich wuchtig wie beim neuen Audi R8 ausgelegt – für einen S8 Avant wäre das sicherlich eine Idee, die in die Schublade gehört. Bei den Außenspiegeln allerdings wird es vom Design her zu filigran, sie wirken an der bulligen Karosserie geradezu schmächtig.

Video: Audi prologue concept bei der ersten Ausfahrt

Der Audi prologue Avant ist ein e-tron

Rein technisch betrachtet, steht der Audi prologue Avant dem Audi A7 e-tron quattro näher als man so denkt. Unter seiner Haube brummt ebenfalls ein hybrides System aus 3.0-V6-TDI und zusätzlichem Elektromotor, die gemeinsam eine Systemleistung von 455 PS sowie 750 Nm Drehmoment abliefern. Verglichen mit einem Audi A8 4.0 TFSI, der sich als reiner Spritbrenner sein kleineres Drehmoment erst „mühselig“ erkämpfen muss, wirkt der prologue aber doch eher wie eine lahme Gurke:

In 5,1 Sekunden sollen 100 Km/h auf dem Tacho stehen, der aktuelle A8 4.0 schafft das in 4,6 Sekunden. Nebenbei sei aber mal bemerkt, dass ein e-tron nicht unbedingt das Rennen machen muss (schließlich soll die Studie erst einmal Zukunftsvisionen für die kommende A8-Generation aufzeigen).

Zwei Tagfahrlichter am Audi prologue Avant

Die Lichttechnik macht mit dem Audi prologue Avant jedenfalls einen Sprung Richtung Zukunft.

Doch nebst Leistung und reißerischer Optik punktet der Audi prologue Avant auch mit neuen Technologien. Die doch recht innovativen Matrix-Laser-Scheinwerfer sollen noch helleres Licht noch besser und gleichmäßiger streuen, zugleich sehen die Insassen jetzt deutlich gleichmäßiger wohin die Reise geht. Die Instrumententafel der durchgängigen Frontarmatur wird nämlich mit drei Touch-Displays bestückt, sodass auch der Beifahrer das Entertainment-Geschehen mit steuern kann.

Für die Fondpassagiere sind zwei weitere OLED-Displays an den Kopfstützen montiert, hier kommt sicherlich keine Langeweile mehr auf. Knöpfe gibt es im Audi prologue beinahe nur noch am Lenkrad, die Mittelkonsole bietet mehr Armauflagefläche denn je und sonstiges Interieur ist vornehm wie edel ausgerichtet.

Steuereinheit im Audi prologue Avant

Das Interieur des Audi prologue Avant wirkt ebenfalls zukunftsweisend.

Gegenüber der Coupé-Version aus Los Angeles macht der Audi prologue Avant (aus unserer Sicht) etwas mehr her, insgesamt wirken die Proportionen der Karosserie stimmiger und abgeschlossener – vor allem aber authentischer. Dennoch darf man anmerken, dass die Linienführung am Heck keine wirklichen Überraschungen birgt und irgendwie zu abgeklärt wirkt. Beim Genfer Autosalon wird das Konzept aber als materieller Gegenstand seine wahre Wirkung erstmals entfalten dürfen.

Fotocredit: Audi

Unser Hauptautor und Chefredakteur. Hat eine Schwäche für Hothatches, Audi RS-Modelle und sonstige V8-Boliden. Privat bleibt er bislang der Marke VW treu.

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