Audi Quattro Concept – das Ingolstädter Urgestein auf RS5-Basis

22. November 2010
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Die Parallelen zum ehemaligen Quattro-Rallyemobil aus den 80ern sind klar zu erkennen, die durchweg kantige Karosserie sowie breit ausgestellte Kotflügel und Radhäuser prägen das Audi Quattro Concept nach wie vor. Ebenso erinnern die Lüftungsöffnungen in der Motorhaube an den Vorgängern namens Audi Sport Quattro von 1984. Dennoch ändern sich die Zeiten bekanntlich, die Silhouette des Audi Quattro Concept folgt zwar optisch den einstigen Formen und bleibt der Idee treu, ganz so spartanisch wie damals gibt sich das Design allerdings nicht mehr.

Das Audi Quattro Concept setzt – nicht unbedingt absehbar – auf Basis des Audi RS5 an. Auffällig ist allerdings der dem RS-Boliden gegenüber um 15 Centimeter verkürzte Radstand im Audi Quattro Concept. Anstatt der komfortablen Schiene eines langen Radlaufs setzt Audi hier eher auf knackige Verhältnisse und belässt es für das Audi Quattro Concept bei einem Radstand von nur 2,60 Metern. Ebenso gespart wird an den langen Überhängen vom Audi RS5, hier verliert das Audi Quattro Concept erneut 20 Centimeter Fahrzeuglänge – und das nicht ohne Grund. Als eine der Grundprämissen für die Entwicklung gilt quantitativ wie qualitativ die konsequente Leichtbauweise des Audi Quattro Concept. Somit wurde bei der Karosserie wie auch im Interieur ordentlich abgespeckt, rationalisiert und vereinfacht – sogar im Einklang mit der Designstrategie eines Retromodells für die zeitlose Fortsetzung des Quattro-Antriebs. Als gewichtssparendes Material dient dem Audi Quattro Concept vor allem der leichte und hochfeste Werkstoff Carbon.

In der Kürze liegt die Würze, und Diät macht bekanntlich auch noch flink obendrein. Im Ergebnis kann sich beiderlei zeigen: Das Audi Quattro Concept punktet vorweg mit einem Leergewicht von lediglich 1.300 Kilogramm, dem die Motorisierung aus dem Audi TT RS entgegensteht. Damit geht der moderne Fünfzylinder aus der TT-Baureihe erneut für einen Audianer an den Start, der Hubraum von 2.5 Litern leistet in der Serienversion bereits 340 PS leistet. Beim Audi Quattro Concept werden es sogar 408 PS in der Höchstleistung, die das Quattrogefährt in nur 3,9 Sekunden auf Tempo 100 bringen sollen. Ein spektakulärer Sprint, der dank der 500-Kilo-Diät gegenüber dem Audi RS5 erst ermöglicht wird. Nebst der vielen Carbonbauteilen von Motorhaube, Frontschürze und Heckspoiler kommen für die Karosserie Aluminium und für das Kleid des Audi Quattro Concept zusätzlich Stahlelemente zum Einsatz.

Das Audi Quattro Concept gibt sich bisweilen schlicht, auf dem diesjährigen Pariser Autosalon durfte das Showcar erstmals auf die Bühne. Nicht zuletzt der äußere Retrolook lässt an die 80er Jahre erinnern, auch das Cockpit wurde denkbar einfach gestaltet, wie man es heutzutage nur noch selten antrifft. Der Minimalismus eines Audi Quattro Concept lässt fast schon auf die blanke Erscheinung des Porsche Boxster Spyder rückschließen. Dennoch gefallen Bedienung und Optik im Innenleben des Audi Quattro Concept, wenn auch die endlose Armaturlandschaft etwas zu leer wirkt. Das blasse Gesicht vom Audi Quattro Concept lenkt den Fokus somit verstärkt auf Technik und Antrieb à la Quattro. Schließlich liegt hier überhaupt der Grund, der Anlass zur Entwicklung des Audi Quattro Concept gab…

Mit einer saftigen Leistung von 408 PS und 480 Newtonmeter, die zwischen 1.600 und 5.300 Touren anliegen, graut es den Vielfahrern eigentlich vor der nächsten Tankstelle. Doch auch hier gibt sich das Audi Quattro Concept weiterhin schlicht, lediglich 8,5 Liter soll das Gefährt im Schnitt vertilgen. Den Werten kommt sicherlich die etwas üppigere Turboaufladung des 2.5-Liter-Aggregats zugute. Dennoch hält sich der sportliche Charakter der Quattrologie aufrecht, an technischen Rafinessen und ausgiebiger Traktion lässt sich das Audi Quattro Concept nichts vormachen. Ein manuelles Sechsganggetriebe zeugt erneut von klassischer Rallyeader, das neue Kronrad-Mitteldifferenzial hingegen bietet modernste Technik mit radselektiver Momentensteuerung zwischen Vorder- und Hinterachse. Damit lassen sich die Kräfte noch variabler und direkter auf die beiden Achsen verteilen. Die Grundstimmung im Audi Quattro Concept liegt bereits auf dem heckbetonten Antrieb von etwa 60:40.

Damit aber auch zwischen linker und rechter Radspur alles geklärt ist, arbeitet im Audi Quattro Concept an der Hinterachse ein weiteres Modul zur Kräfteverteilung: Das zusätzliche Sportdifferenzial bedient beide Reifen und sorgt damit für ausgezeichnete Traktion auf rutschiger und kurviger Straße. Zur schnellen Verzögerung des Audi Quattro Concept dient eine Keramikbremsanlage mit Sechskolben-Festsätteln, die den Zweisitzer in kürzester Zeit zum Stillstand bringt. Für das Wohlergeben der beiden Insassen wurde natürlich auch gesorgt, leichte Sitzschalen bieten optimalen sportlichen Halt. Desweiteren wird das Interieur des Audi Quattro Concept von Leder und weiteren Carbonelementen versehen, ein digitales Kombinstrument in der Frontarmatur bietet dem Fahrer sämtliche Einstellmöglichkeiten inklusive dem MMI-Touchsystem. Als Clou im Audi Quattro Concept gilt das sogenannte „Gebetbuch“, welches Radien und Folge der nächsten Kurven ansagt – ganz nach dem Geschmack der Rallyefahrer!

Unser Hauptautor und Chefredakteur. Hat eine Schwäche für Hothatches, Audi RS-Modelle und sonstige V8-Boliden. Privat bleibt er bislang der Marke VW treu.

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