Maserati GranCabrio – erster Viersitzer oben ohne

7. März 2010
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Endlich wieder ein Haufen voll italienischer Hengste mit Striptease-Faktor: Der Maserati GranCabrio ist im Hause Maserati das erste Viersitzer-Cabriolet. Dabei geht es (endlich) mal wieder nach dem „Mehr-ist-mehr“-Prinzip, im Maserati GranCabrio gibt es kaum Abstriche hinsichtlich Gewicht oder Motorleistung – ganz im Gegenteil zu den Downsizing-Strategien manch anderer Automobilhersteller…

Das vom Coupé Maserati GranTurismo abgeleitete Maserati GranCabrio bietet nicht nur etwas mehr Größe, sondern zugleich auch eine zweite Sitzreihe hinten. Hier sollen mehr oder weniger bequem weitere zwei Insassen Platz finden. Das Maserati GranCabrio beträgt in seiner Länge satte 4,88m und zählt damit den längsten in seinem Segment. Auch der Radstand des Maserati GranCabrio fällt mit 2,94m üppig aus, was der Beinfreiheit von Fahrer und Beifahrer zugute kommt. Vom großzügigen Bereich der Fahrgastzelle mal abgesehen stellt sich das Maserati GranCabrio mit seinem Kofferraum ein echtes Armutszeugnis aus – schlappe 173l Fassungsvolumen sind auch trotz Verstauung des Faltdachs kaum hinnehmbar. Das Maserati GranCabrio eignet sich somit also kaum für größere Ausflüge oder Einkäufe. Mehr Punkten dagegen kann das textile Stoffdach des Maserati GranCabrio, hier haben die Italianos bewusst auf eine Hardtop-Strategie verzichtet – eine sehr waise Entscheidung. Anderenfalls wäre der Kofferraum im Maserati GranCabrio wohl noch kleiner ausgefallen (kaum auszumalen), zudem passt das Textildach einfach optisch viel besser zum edlen Stil vom Maserati GranCabrio und seiner eleganten Karosserie.

Und wenn von elegantem Lack und Leder die Rede ist, hält das Maserati GranCabrio sein Wort. Dass in Italien nicht nur die Heimat von Sportwagenherstellern sondern ebenso die des Designs ist, beweist das Maserati GranCabrio bei jedem Blick – und es ist jeden Blick wert! Der schwungvolle Abgang der Motorhaube macht hierbei den ersten Schritt, die Erhebung der vertikalen Scheinwerferlinie macht den Maserati GranCabrio breitschultrig und betont zudem die vorderen Radkästen. Sehr auffällig in dem Zusammenhang zeigt sich der tief angesetzte Kühlergrill mit dem klassischen Maserati-Dreizack. Dieser schließt beinahe mit der Frontschürze des Maserati GranCabrio in tiefer Asphaltlage ab und macht durch seine nach innen gewölbte Form auf scheinbar hohen Luftkühlungsbedarf im Motorraum aufmerksam. Die Scheinwerfer bieten Xenonlicht und wirken durch ihre schlanke Linie eher unauffällig im Maserati GranCabrio, abgesehen vom kontrastierten Blinkerstreifen am äußeren Rand.

Die Seitenlinie vom Maserati GranCabrio überzeugt durch schlichten, aber modernen italienischen Stil. Neben den drei kleinen dezenten Luftauslässen unmittelbar hinter den vorderen Radkästen fallen beim Maserati GranCabrio besonders die 20″-Räder ins Auge. Das Felgendesign lehnt sich hier an das Maserati-Dreizack-Logo an, abgesehen davon gehören auf einen Sportwagen wie das Maserati GranCabrio einfach große Niederquerschnittsreifen. Schließlich braucht ja auch die Bremsanlage im Maserati GranCabrio etwas Arbeitsplatz. Bei Lackierung in einem angenehm dunklen Grauton (siehe Fotos) macht sich der Türgriff des Maserati GranCabrio im Chrom-Look äußerst gut, der Kontrast zeugt von Qualität und Auge fürs Detail. Der Blick aufs Hinterteil vom Maserati GranCabrio birgt weder Überraschung noch Enttäuschung in sich – vielmehr überzeugt die Heckpartie des Maserati GranCabrio durch konsequent fortgeführtes Design und Detail. Eine kleine Spoilerlippe sowie ein Heckdiffusor sorgen für den nötigen Abtrieb, die Doppelendrohre links und rechts für die nötige Abluft des V8-Triebwerks. Die Rückleuchten des Maserati GranCabrio kommen im eleganten Rot-Weiss-Kontrast daher, der nahtlose Übergang von Karosse zu Kofferraumklappe zeigt beim Maserati GranCabrio erneut italienisches Fingerspitzengefühl. Die Heckleuchten sind mit 96 LEDs bestückt, damit hätten wir neben schickem Aussehen auch die Sicherheit in Sachen Sichtbarkeit beim Maserati GranCabrio auch abgedeckt.

Das Interieur vom Maserati GranCabrio hingegen zeichnet sich eher durch hellere Farbtöne aus, wie z.B. ein edles beige mit lackierten Holzelementen in der Armatur und der Türverkleidung. Zwei große Türen bieten einen komfortablen Einstieg ins schnieke Cabriolet, einzig die enge Parklücke könnte hier dem Maserati GranCabrio zum Verhängnis werden. Auffällig zeigt sich die eigentliche Hutablage hinter den Kopfstützen der Rücksitzbank, diese präsentiert sich in einem mehr als gelungenen Weinrot und bietet im Maserati GranCabrio somit einen erneut gelungenen Farbkontrast fürs Interieur.

Die Technologie unter der designierten Schale des Maserati GranCabrio wird niemanden vom Hocker hauen, eher bleibt sich Maserati hier selbst treu und daher schlicht. Die fürs Cabriolet nötigen Versteifungen in der Karosserie sowie das Textilverdeck und die Überrollbügel wiegen zusammen gerade mal 100 Kg im Aufgewicht gegenüber der Coupé-Version Maserati GranTurismo. Insgesamt schlägt der Maserati GranCabrio jedoch mit fast zwei Tonnen zu Buche, was nicht gerade athletisch für ein Cabrio ist. Immerhin kann sich durch aerodynamisches Design der Maserati GranCabrio schnell fortbewegen bei einem durchaus sehenswerten cw-Wert von 0,39 (offen) bzw. 0,35 (geschlossen). Für den Vortrieb im Maserati GranCabrio sorgt ein 4,7l großer V8-Motor, der 440 PS leistet und sogar 490 Nm auf den Asphalt bringt. Die Sprintzeit für die 100-Km/h-Marke beträgt gerade mal 5,3 Sekunden – also doch ein echter Sprinter, der Maserati GranCabrio. Schlussendlich schafft der Maserati GranCabrio ja auch 283 Km/h in der Spitze, da ist nichts mit elektronischer Abrieglung oder sonstigem Consumer-Schnickschnack! Bemerkbar macht sich das Gewicht und damit die Trägheit des Maserati GranCabrio jedoch bei der Bergabfahrt, wenn die Bremsen sich unter Beweis stellen müssen.

Die ökonomischen Aspekte, wie man sie heute bei fast jedem Neufahrzeug betrachtet, wird man beim Maserati GranCabrio schmerzlichst vermissen. Ein vom Hersteller für den Maserati GranCabrio angegebener Verbrauch von 15,4 Litern ist ebenso wenig überzeugend, wie der realistische: hier knackt man schnell mal die 20-Liter-Grenze, das freut selbst den reichen Geschäftsmann nicht mehr, wenn er umso häufiger mit seinem Maserati GranCabrio an der Zapfsäule steht. Zudem verlangt Maserati mit fast 133.000 € auch einen stolzen Preis für ihr Maserati GranCabrio, da dürfte ein wenig BlueMotion, BlueTec oder sonstige Innovation eigentlich zu erwarten sein. Dennoch wird jeder Maserati GranCabrio-Fahrer im Sommer vom grandiosen und tiefen Sound des V8-Motors belohnt – doch Fahrspaß hat eben seinen Preis!

Hier ein Video von AutoBild TV:

Und die weiteren Fotos…

Bilder via Ineco Auto

Unser Hauptautor und Chefredakteur. Hat eine Schwäche für Hothatches, Audi RS-Modelle und sonstige V8-Boliden. Privat bleibt er bislang der Marke VW treu.

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