Mercedes S63 AMG – oder doch S55?

11. März 2010
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Downsizing im Hause Mercedes AMG für den Mercedes S63 AMG: Der Hubraum schrumpft, der Verbrauch sinkt rapide und die Motorleistung steigt! So gesehen im neuen Mercedes S63 AMG auf dem Genfer Autosalon. Die neue rote Sau! Die rennwagen-ähnliche Aufmachung des in Genf vorgestellten neuen Mercedes Boliden soll an den Merceses 300  SL 68 AMG aus dem Jahre 1972 erinnern der seiner Zeit über die Pisten bügelte. Die so entstandene Lackierung und Optik gefällt, enstpricht aber kaum der Käuferschafft des neuen AMG Sportlers.

Abgesehen von der auffäligen Lackierung merkt man dem  Mercedes S63 AMG nicht an das er eine Neuvorstellung ist. Die Neuerungen befinden sich im Inneren. Der ehemalige 6,2 l Motor – warum heißt der AMG eigentlich 63? – ist Geschichte. Er wird durch ein kleineres 5,5 l Aggregat ersetzt. Die Moral von der Geschicht: Der mit zwei Turboladern bestückte M157 genannte V8 bringt nun satte 544 PS und 800 Nm Drehmoment auf die Straße. Im Vergleich zum Vorgänger leistet der deutliche kleinere Motor so 19 PS und deftige 170 Nm mehr!Wem das noch zu wenig ist, der bucht einfach das „AMG Performance Paket“ für den Mercedes S63 AMG und bekommt weitere 27 PS (jetzt 571) und 100 Nm (900 Nm gesamt) oben drauf!

Der neue 5,5 l Motor erziehlt nicht nur bessere Leistungswerte, er ist auch deutlich sparsamer im Verbrauch.  Dies hat mehrere Ursachen. Zum einen werkelt das aus E63 AMG und SLS bekannte MTC 7-Gang Automatikgetriebe, welches im „C-Modus“ (Controlled Efficiency) deutlich früher hoch schaltet und normalerweise im zweiten Gang anfährt, zum andern ist der Mercedes S63 AMG mit einem Start-Stopp-Modus ausgestattet. Großen Anteil an dem für diese PS-Zahl sehr niedrigen Verbrauch von 10,5 l auf 100 km hat auch die neue automatische Zylinderabschaltung. Diese Maßnahmen sorgen für insgesamt fast 4 Liter weniger als deim Vorgänger!

Wer nun allerdings auf die Idee kommen könnte, der AMG wäre ein Spritparer mit viel PS, der täuscht sich. Wer den Wählschalter auf Sport stellt und das Gaspedal durchdrückt, der wird weiterhin einen Verbrauch jenseits von Gut und Böse erhalten. Der Mercedes S63 AMG sprintet dann in 4,4 Sekunden von Null auf 100 und erreicht wenig später die elektronisch Begrenzung von 250 km/h. Das „Performance Paket“ jagt hingegen gemütlich weiter bis 300 km/h. Diese Leistungen sind mit 10,5 Litern sicher nicht zu erreichen. An die 50 l Verbrauch der „Roten Sau“ des Jahres 1971 kommt der Mercedes S63 AMG aber selbstverständlich nicht mehr herran.

Geliefert wird ab Affalterbach ab der zweiten Hälfte des Jahres. Die Preise werden bei 140.000€ beginnen. Und leider wird dann auch die Lackierung eine andere sein…

Unser Hauptautor und Chefredakteur. Hat eine Schwäche für Hothatches, Audi RS-Modelle und sonstige V8-Boliden. Privat bleibt er bislang der Marke VW treu.

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