Heimatliebe Nordschleife: Manege frei für den Renault Clio R.S. 220 Trophy

13. Januar 2016
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Als Kurvenräuber bekannt, durfte der Rennsport-Clio schon so einige Nebenbuhler in die Schranken verweisen. Mit dem Renault Clio R.S. 220 Trophy setzen die Franzosen nun noch einen drauf – und umrunden die Nordschleife vor der Konkurrenz von Audi, MINI und Opel.

So unscheinbar dieses Gefährt auf den ersten Blick daherkommt, so überraschend gestalten sich die Arbeitsergebnisse mit ihm. Als Renault Clio R.S. 220 Trophy unterscheidet sich der Kleinwagen nur geringfügig von seiner R.S.-Basisausführung – ein Understatement mit Vorteilen. Getrimmt wurde dieses Tracktool primär unter der Haube, sichtbar wird die technische Raffinesse idealerweise auf kurvenreicher Strecke.

Ein Renault Clio R.S. 220 Trophy auf dem Track

Unterwegs auf der Nordschleife: Der Renault Clio R.S. 220 Trophy bringt Feuer in die Rangliste.

Ein schlanker Vierzylinder-Turbo mit Aha-Effekt

So wie es sich für den Rennsport gehört, testet Renault eigentlich sämtliche Modelle diesen Typs auf den Schikanen der Eifel. Wer sich auf der knapp 21 Kilometer langen „Grünen Hölle“ behaupten kann, bekommt ein authentisches Dasein zugesprochen. Für die Supersportler dieser Hemisphäre gilt das ebenso wie für die kompakten Hothatches, der Renault Clio R.S. 220 Trophy macht da keine Ausnahme. Nochmals geschärft und sportiv abgestimmt, sollte der Giftzwerg mal wieder eine Rekordzeit einfahren.

GPS-Zeitmesser im Renault Clio R.S. 220 Trophy

Protokollführer serienmäßig: Im R-Link-System des Renault Clio R.S. 220 Trophy wird auch auf die Zeit geschaut.

Und es scheint geklappt zu haben: Binnen 8:23 Minuten konnte der aufmüpfige Clio seine Runde auf der Nordschleife absolvieren. Damit lag er satte zwölf Sekunden vor dem frisch gebackenen MINI John Cooper Works, 17 Sekunden vor dem Opel Corsa OPC und sogar 18 Sekunden vor dem Audi S1. Verantwortlich dafür zeichnet ein Software-Update im Triebwerk, ein spezielles ausgerichtetes Sportfahrwerk sowie die performante R.S.-Bremsanlage.

Schaltpaddles für alle Fälle

Die EDC-Automatik bietet zusätzliche Schaltwippen für manuelle Eingriffe – insbesondere im R.S.-Modus.

Mehr Dampf allein reicht dem Renault Clio R.S. 220 Trophy nicht

Gegenüber der Serie ist der Renault Clio R.S. 220 Trophy zwar nur 20 PS und 40 Nm stärker unterwegs, bringt jedoch wesentliche Feinheiten in der Fahrtechnologie mit sich. Die Lenkübersetzung wurde direkter ausgelegt, das ESP ist gänzlich abschaltbar und die Sportbremsanlage erlaubt eine möglichst späte Verzögerung. Zudem trägt er eine elektronische Differenzialsperre auf der angetriebenen Vorderachse, die vor allem bei Lastwechseln zum Tragen kommt.

Der Renault Clio R.S. 220 Trophy saust davon

So dürfte ihn die Konkurrenz auch wahrgenommen haben: Mit Blick auf das Heck…

Sein speziell abgestimmtes Sportfahrwerk tritt nochmal eine Spur härter auf als in der Basisversion, was wiederum die Lastwechsel beim Eintritt in und Austritt aus den zahlreichen Schikanen etwas abfängt. Das erlaubt dem Renault Clio R.S. 220 Trophy obendrein eine höhere Kurvengeschwindigkeit sowie das frühzeitige Herausbeschleunigen am Scheitelpunkt. Der Kavalierstart von 6,6 Sekunden erscheint hier jedoch weniger bedeutend.

EDC im Renault Clio R.S. 220 Trophy

Voll automatisch: Das effiziente Doppelkupplungsgetriebe bietet auch eine manuelle Gasse an.

Etwas giftiger dürfte das kleine Tracktool aber gerne auch in der Optik ausfallen: Man setzt nach wie vor auf Halogenscheinwerfer und sportliche Basisakzente. Ansonsten fällt das Exterieur weitestgehend unspektakulär aus. Dieser Purismus spricht zwar für eine Fokussierung auf motorsportliche Zwecke, das EDC-Doppelkupplungsgetriebe hingegen forciert ebenso die Alltags-Cruiserei. Bleibt wohl eine Frage des Geschmacks…

>> Technische Daten

Hersteller: Renault
Modell: Clio R.S. 220 Trophy (vierte Generation)
Leistung: 220 PS / 280 Nm
0-100 Km/h: 6,6 Sekunden
Vmax: 235 Km/h

Fotocredit: Renault

Unser Hauptautor und Chefredakteur. Hat eine Schwäche für Hothatches, Audi RS-Modelle und sonstige V8-Boliden. Privat bleibt er bislang der Marke VW treu.

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