Der Renault Mégane R.S. 275 Cup-S macht nochmal Ernst

29. September 2015
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Ganz so motorsportlich wie die Mitte letzten Jahres vorgestellte Trophy-R Variante geht er zwar nicht zur Sache, dafür taugt der geliftete Renault Mégane R.S. 275 Cup-S aber deutlich mehr zum Alltagsmobil. Den ein oder anderen Vorzug konnte man dem gleichauf motorisierten Frontbeisser dennoch nicht vorenthalten.

273 Pferde für die Vorderachse

Sichtlich trägt auch das letzte Sondermodell der Mégane-Generation III den Stolz französischer Frontschleudern in sich. Vom Gedanken eines neuen Nordschleifen-Rekords können wir uns trotz der eleganten Bezeichnung als Renault Mégane R.S. 275 Cup-S aber schnell wieder verabschieden: So viel Leichtfüßigkeit bringt der Kompakte dann doch nicht mit, der Meisterjäger bleibt hier lieber dem sportlich betonten zivilen Verkehr treu.

Dennoch ist er alles andere als schwach auf der Brust. Sein berühmtes 2.0-Liter-TCe Triebwerk liegt in puncto Leistung knapp unter der Namensbezeichnung und liefert folglich 273 PS sowie 360 Nm Drehmoment für die Frontachse. Damit schafft es der Renault Mégane R.S. 275 Cup-S, binnen sechs Sekunden Tempo 100 zu erreichen, die Vmax fällt mit 254 Km/h ebenfalls nicht gerade schmächtig aus.

Zum Vergleich: So sieht die R.S.-Serie mit Facelift aus.

Zum Vergleich: So sieht die R.S.-Serie mit Facelift aus.

Öhlins-Stoßdämpfer im Renault Mégane R.S. 275 Cup-S

Seine flotte Beschleunigung allein würde aber auch einem R.S.-Sondermodell nicht genügen, weshalb bereits das Cup-Fahrwerk ein erstes Lächeln auf das Fahrergesicht zaubern darf. Gepaart mit einer mechanischen Differenzialsperre, die bis zu 35 % Sperrwirkung erzielt, lassen sich auch Haarnadelkurven mit frühzeitiger Gasannahme traktionsstark wieder verlassen. Ein steifer Querstabilisator reduziert zudem gefährliche Wankbewegungen der Karosserie – für den Trackeinsatz eigentlich unerlässlich.

Genauso schnell, wie sich der Renault Mégane R.S. 275 Cup-S auf Tempo bringen lässt, zügelt er sich auf Wunsch aber auch wieder: Die großzügig dimensionierten Brembo-Scheiben erlauben eine spontane und fadingarme Bremsattacke vor der nächsten Schikane. Wem hinsichtlich der Dämpfung ein eigenes Setup vorschwebt, kommt mit den Road & Track-Stoßdämpfern von Öhlins ebenfalls auf seine Kosten.

Äußerlich ist der Unterschied zum Renault Mégane R.S. 275 Cup-S kaum zu erkennen.

Äußerlich ist der Unterschied zum Renault Mégane R.S. 275 Cup-S kaum zu erkennen.

Dank des Doppelströmungsventils arbeiten die Dämpfer beim Ein- und Ausfedern gleichermaßen dynamisch, was die Karosse bei hektischer Fahrweise wiederum angenehm kontrollierbar macht – dank kontinuierlicher Radbelastung und folglich konstanter Traktion der Michelin Sport Cup 2-Pneus. Zudem kann die Dämpferhärte manuell per Stellschraube reguliert werden, um zwischen Alltagstauglichkeit und Rennstreckenfeeling zu wechseln. Obendrein hat das Renault Sport Dynamic Management entsprechende Fahrprogramme im Angebot (Normal, Sport, Race), mit denen auch eine komplette Deaktivierung des ESP ermöglicht wird.

Offensives Auftreten dank Facelift-Grill

Den selbstbewussten Look haben die Franzosen mit ihrem Facelift Anfang 2014 ohnehin nochmal unterstrichen, der Renault Mégane R.S. 275 Cup-S profitiert insbesondere davon (wenn auch die vierte Mégane-Generation bereits auf’s IAA-Parkett durfte). Mittig platziert ist unterhalb des Markensymbols das dezente R.S.-Kürzel zu vernehmen, seine Stoßfänger tragen nebst LED-Tagfahrlichtern einen großen Lufteinlass.

Gelungenes Räderwerk: Der Renault Mégane R.S. 275 Cup-S trägt das Design "Orkan-Black-Matt".

Gelungenes Räderwerk: Der Renault Mégane R.S. 275 Cup-S trägt das Design „Orkan-Black-Matt“.

Die serienmäßigen 18-Zoll-Räder im Design Orkan-Black-Matt lassen die serienmäßige Fahrdynamik auch optisch erkennen, optional sind 19-Zöller für den Cup-S erhältlich. Wer zudem dezent Gewicht einsparen aber vor allem eine deutlichere Akustik vernehmen möchte, bekommt den Renault Mégane R.S. 275 Cup-S gegen Aufpreis auch mit einer Titan-Abgasanlage von Akrapovic.

Im Interieur warten obligatorisch ein Alcantara-Sportlenkrad sowie einfache Sportsitze, die gerne gegen optionale Leder-bezogene Exemplare von Recaro getauscht werden dürfen. Und für den ultimativen Fahrspaß sorgt wie so oft der R.S. Monitor mit Anzeige der abgerufenen Motorleistung, des Drehmoment sowie mit Infos zu Sprintzeiten und Ladedruck des Vierzylinder-Turbos. In der Basisausführung liegt dieser Kompaktsportler aber bereits bei 29.990 Euro.

Fotocredit: Renault

Unser Hauptautor und Chefredakteur. Hat eine Schwäche für Hothatches, Audi RS-Modelle und sonstige V8-Boliden. Privat bleibt er bislang der Marke VW treu.

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