Mercedes SLS AMG E-Cell – der Supersportler unter Strom

6. Juli 2010
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Der Mercedes SLS AMG an sich ist ja bereits in echter Hingucker, insbesondere bei exotischer Farbwahl wie einem knalligen Rot-Ton. Dennoch setzt Daimler beim Mercedes SLS AMG nicht allein auf Supersport und gibt renommierten Tuningfirmen damit eine Steilvorlage, ebenso hält die nachhaltige Forschung weiterhin an. Bereits bei den Mercedes A-Klasse Modellen gibt es F-Cell-Varianten, die mit einer Brennstoffzelle laufen. Nun soll auch der Mercedes SLS AMG Antriebsnachwuchs bekommen und als Mercedes SLS AMG E-Cell mit einer Lithium-Ionen-Polymer-Batterie vorwärts kommen.

Damit will der Daimlerkonzern einen satten Forschungssprung in Richtung Zukunft vagen und gleichzeitig neue Maßstäbe für die eigene strategische Ausrichtung definieren. Der Mercedes SLS AMG wurde zuerst als Neuauflage des Flügeltürer-Klassikers 300 SL neu erkoren, in langfristiger Entwicklung folgt demnächst der Mercedes SLS AMG E-Cell. Keine einfache Aufgabe, wenn man bedenkt wie sehr mancher Automobilhersteller sich bislang die Zähne am reinen Elektroantrieb ausgebissen hat. Damit differenziert sich der Mercedes SLS AMG E-Cell nämlich von bisherigen Schöpfungen: Es wird keine klassische Absicherung im Sinne eines Hybrids geben, reine elektrische Energie wird gezielt an jedem Rad des Mercedes SLS AMG E-Cell angesetzt.

Mit einer einzigartigen Lackierung der Farbe “Lumilectric Magno” soll der bisherige Prototyp des Mercedes SLS AMG E-Cell in Szene gesetzt werden. Optisch kaum verändert will Daimler endlich einen elektrisch angetriebenen Sportwagen auf den Markt bringen, wenn auch in kleiner Serie. Lediglich die Lufteinlässe und die Länge der Frontpartie sind zwecks technischer Realisierung unter der Haube angepasst worden – Stilikone inklusive. Zudem wurden der Kühlergrill und die eingebauten Scheinwerfer abgeändert.

Der Antrieb erfolgt im Mercedes SLS AMG E-Cell durch vier Synchron-Elektromotoren, die an jedem Rad direkt ansetzen und ungefederte Massen im Gegensatz zu Radnabenmotoren deutlich besser minimieren sollen. Ein Getriebe je Achse kommt zusätzlich ins Spiel. Der Mercedes SLS AMG E-Cell wird somit gegenüber der Serie zum Allrad-Sportler, was in puncto sportlichem Fahrverhalten einen kleinen Traktionsvorteil mit sich bringt. Immerhin leisten die vier Elektromotoren 392 kW und damit 533 PS (Serie 571 PS) im Vortrieb. Die sagenhaften 880 Newtonmeter Drehmoment wirken besonders anzugsstark, im Sprint auf 100 benötigt der Mercedes SLS AMG E-Cell nur 0,2 Sekunden weniger als sein Benzinvertretet. In der Spitze werden jedoch auch beim Mercedes SLS AMG E-Cell nur 250 Km/h erreicht, danach erfolgt die elektronische Abriegelung.

Versorgt werden die Elektromotoren mit einer großzügig angelegten Lithium-Ionen-Batterie, die aus 324 Polymerzellen parallel 48 kW schöpft und insgesamt sogar 40 Amperestunden leistet. Zur optimalen Betriebstemperatur des Akkus sorgen Kühlkreisläufe mit einer speziellen Kühlflüssigkeit. Die Aufladung der Batterie erfolgt während der Fahrt vornehmlich durch ein System zur Bremsenergie-Rückgewinnung. Die Keramik-Verbundbremsanlage speist 402 Millimeter große Scheiben vorne und 360 Millimeter-Scheiben an der Hinterachse hinter die Felgen, die eine knackige und präzise Verzögerung der Karosse leisten sollen.

Um die gezielte Antriebsweise beider Achsen im Mercedes SLS AMG E-Cell umzusetzen, wurde die Vorderachse des Supersportlers gänzlich neu konstruiert und unterscheidet sich somit komplett zur Serie., die bislang eine Doppelquerlenkerachse besaß. Der Mercedes SLS AMG E-Cell bekommt dem Rennsport entnommene sogenannte Pushrods, bei denen die Federbeine liegend sind. Ein weiteres technisches Update bekommt der Mercedes SLS AMG E-Cell bei den Scheinwerfern: hier sollen reine LED-Leuchten sowohl Tagfahr- wie auch Abblendlicht bedienen. Eine vorgerückte Frontschürze und der nach unten ausfahrbare Frontsplitter machen die Frontpartie des Mercedes SLS AMG E-Cell zu einem kleinen Highlight. Dadurch gelingt den Konstrukteuren des Mercedes SLS AMG E-Cell eine geschickte Anströmung des Unterbodens und somit auch der gewünschte Abtrieb für entsprechendes Aerodynamikverhalten.

Das Interieur vom Mercedes SLS AMG E-Cell zeichnet die Elektrocharaktere des Supersportlers weiter ab. Ein großzügig angelegtes Touchscreen-Display und das moderne Kombiinstrument sorgen für intuitive Bedienung durch den Fahrer. Das Farbdisplay zeigt zudem alle nennenswerten Informationen zum derzeitigen Kraftfluss und der Restlaufzeit der Batterie. Leider schafft der Mercedes SLS AMG E-Cell trotz etlichen Polymerzellen nur 150 Kilometer maximale Reichweite. Daran sollte Daimler noch weiterhin arbeiten – sonst eine durchaus gelungene Elektroablage des Mercedes SLS AMG. Aber auch beim Preis sollten sich Interessenten nicht zu früh freuen. Für den Mercedes SLS AMG E-Cell stehen aufgrund der bislang klein geplanten Produktionsserie Preise ab 200.000 € im Gespräch…

Unser Hauptautor und Chefredakteur. Hat eine Schwäche für Hothatches, Audi RS-Modelle und sonstige V8-Boliden. Privat bleibt er bislang der Marke VW treu.

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