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Seat Leon ST Cupra (5F): Spanischer Dampfhammer jetzt auch als Kombi

16. Januar 2015
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Ein Golf R Variant auf spanisch: Nicht minder attraktiv wird uns nun aus Martorell der Seat Leon ST Cupra angeboten, ein beinahe kompakt wirkender Kombi, der ebenso wie die 2- respektive 4-Türer-Limousine in den filigranen Abstufungen von 265 und 280 PS verfügbar ist. Genügend Fahrspaß gibt es in beiden Ausführungen, ob Euch die 1.300 Euro Aufpreis für einen Wimpernschlag weniger im Kavaliersprint es wert sind, entscheidet Ihr lieber selbst. Uns gefällt gegenüber dem Wolfsburger vor allem das deutlich dezentere Auftreten im Seat Leon ST Cupra, nicht zuletzt wegen der weitaus angemesseneren Anzahl der Endrohre.

Kaum langsamer als der Kompakt-Cupra

Seat Leon ST Cupra Hinterteil

Knackiges Heck: Die Schürze sticht etwas heraus, doch der Seat Leon ST Cupra zeigt klare Kante.

Stolz präsentieren die Spanier nun ihren Seat Leon ST Cupra als Raumwunder, dem allerdings immer noch 150 Liter zum Golf R Variant fehlen. Ähnlich sieht es leider auch beim kultivierten Ampelstart aus, der dem frontgetriebenen Südländer eine gute Sekunde mehr abverlangt – das Allradprivileg bleibt nunmal im Mutterhaus verankert. Doch vom Charakter eines Safety-First-Pamperbombers einmal abgesehen, macht der Seat Leon ST Cupra die sportivere Figur von beiden. In ihm steckt optisch weniger Kombi als die Abmessungen es eigentlich verlangen. Und flott ist auch er: Im Idealfall (280 PS, optionales 6-Stufen-DSG) kommt der ST in 6 Sekunden auf Tempo 100, als Handschalter in 6,1 – beim 265er Cupra sind es jeweils nochmal 0,1 Sekunden mehr in der Zeitmessung. Zwar haben beide Varianten ihre 350 Nm auf der Vorderachse, als Seat Leon ST Cupra 280 ist der 2.0-TSI-Motor hier aber etwas langatmiger in der Drehzahl.

Seat Leon ST Cupra seitliche Ansicht

Wirkt dennoch kompakt: Auch als Kombi ist der Seat Leon ST Cupra optisch nicht allzu groß geraten.

Neben einem Start-Stopp-System und Rekuperation der Bremsenergie ist leider auch die Vmax von 250 Km/h serienmäßig enthalten. Freuen darf sich der Kunden hingegen über das obligatorische Sportpaket: Die Vorderachs-Differenzialsperre XDS (modifiziert vom Golf 7 GTI übernommen) kann das Antriebsmoment im Grenzbereich auf ein einziges Rad ausrichten, das adaptive Fahrwerk (DCC) passt sich sowohl den Fahrgegebenheiten wie auch dem einstellbaren CUPRA Drive Profil an und die Progressivlenkung sorgt für die ideale Lenkübersetzung beim Einparken sowie im Geschwingkeitsrausch. Sicher fühlen darf man sich im Seat Leon ST Cupra aber ebenfalls: Die erhellenden Voll-LED-Scheinwerfer sind Grundausstattung, zudem gibt es eine Performance-Bremsanlage mit schnieken 18- bzw. Titan-lackierten 19-Zoll-Rädern (je nach Motorleistung) dazu.

Der Seat Leon ST Cupra kann auch ohne ESP

Seat Leon ST Cupra Bug

Freut sich gelegentlich auch über Rennstreckenbesuche: Der Seat Leon ST Cupra mit abschaltbarem ESP-System.

Grundsätzlich wagt der VW-Konzern auch hier den Spagat zwischen komfortablem Alltag sowie deutlich sportiverem Wochenendausflug. Das CUPRA Drive Profile erlaubt die Modi Comfort, Sport und CUPRA, womit die Kennlinie für Schaltzeitpunkt, Soundgenerator, Fahrwerksdämpfung sowie Lenkung und Differenzialsperre beeinflusst werden. In der Variante “CUPRA” stellen sich die Systeme auf den sportlichsten Wert ein, darüber hinaus lässt sich das Fahrdynamiksystem ESP zweistufig dazu konfigurieren: In der Teilabschaltung verlässt den Seat Leon ST Cupra die Antriebsschlupfregelung, das ESP setzt später ein und erlaubt kontrollierte Drifts. Bei gänzlicher Deaktivierung ist der mögliche Gierwinkel am größten, der Fahrer kontrolliert allein das Geschehen über die Spurstabilität.

Wer es auch an seinem Arbeitsplatz (sprich im Interieur) sportlich mag, hat im Seat Leon ST Cupra kein allzu schlechtes Angebot: Alcantara-Sportsitze mit Kontrastnähten sind ebenso Serie wie ein CUPRA-Lenkrad mit Schaltpaddles (bei DSG) und das Media System Plus mit 5.8-Zoll-Touchscreen. Optional sitzt man (gegen Aufpreis natürlich) auf einer Voll-Ledermontur oder gar in Schalensitzen mit idealem Seitenhalt. Pedalerie und Einstiegsleisten glänzen in Alu-Optik, das Ambientelicht kann zwischen weiß (normal) und rot (CUPRA-Profile) wechseln. Als Seat Leon ST Cupra 280 gibt es nebst der größeren Räder noch ein Dachkantenspoiler, CUPRA-Bremssättel, schwarz-lackierte Außenspiegel sowie wahlweise die Dekorelemente in glänzend-schwarz oder klassisch-chrom.

Video: Seat Leon Cupra Vs. VW Golf 7 R Vs. BMW M135i F20

Die Grundversion des Seat Leon ST Cupra 265 liegt bei 32.560 Euro (mit DSG sind es 34.260), die 280 PS-Edition verlangt dagegen 33.860 (Handschaltung) bzw. 35.560 Euro (DSG-Automatik). Eine weiterführende optische Individualisierung ist mit den Optionen White Line, Black Line und Orange Line möglich – sie wirken sich auf Kühlergrillumrandung, Außenspiegel und Teile der zweifarbigen Aluminiumräder aus. Bestellt werden kann ab Mitte Februar, die Auslieferung des Seat Leon ST Cupra beginnt bereits im März 2015.

Fotocredit: Seat

Unser Hauptautor und Chefredakteur. Hat eine Schwäche für Hothatches, Audi RS-Modelle und sonstige V8-Boliden. Privat bleibt er bislang der Marke VW treu.

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