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Vertragswerkstatt Vs. freie Werkstatt – was ist zu beachten?

13. August 2014
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Nahezu jeder KFZ-Besitzer wird bereits vor dieser Frage gestanden haben: Bringe ich mein Gefährt zum Vertragshändler für die Inspektion oder verlasse ich mich auf die empfohlene freie Werkstatt? Grundsätzlich bieten freie Werkstätte den Vorteil, Fabrikate verschiedener Hersteller zu warten und reparieren – ohne einen fokussierten Markenbezug. Aber es gibt durchaus weitere Merkmale, die bei der Entscheidung beäugt werden sollten.

Der Trade-Off zwischen Preis und Service bei Werkstätten

© Rainer Sturm / pixelio.de

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Wer beide Typen von Werkstatt bereits einmal besucht hat, wird einen grundlegenden Unterschied bemerkt haben: Die Aufmachung der Räumlichkeiten ist eines der Merkmale, bei dem sich die bklar von einer freien abheben kann. Da erstere nicht selten in Kombination mit einem Vertragsautohaus auftritt, gibt es meist Empfangsbereich mit Sitzecke, Verkaufsraum und blank polierten Fahrzeugexemplaren. Der Kunden fühlt sich wohl empfangen, service-gerecht aufgehoben und kann in der Wartezeit gleich ein paar neugierige Blicke auf die aktuelle Modellreihe im Showroom werfen. Ebenso üblich gibt es Softdrinks und Kaffee inklusive als Service und Wertschätzung des Kundenvertrauens – zu einem entsprechenden Preis, versteht sich.

Die Stundensätze einer Vertragswerkstatt liegen in aller Regel nicht unter 65 Euro und rangieren je nach Fahrzeugmarke auch um die 100 Euro. Bei einer freien Werkstatt wird man dagegen im Durchschnitt für Stundensätze zwischen 40 und 60 Euro bedient. Jedoch findet sich bei freien Werkstätten oftmals keine gemütliche Aufenthaltszone für die Kunden, der Kaffee kommt aus rudimentären Behältnissen und als Empfang dient keine repräsentative Dame sondern ein Blaumann-Träger mit öl-verschmierten Händen. Doch ob der produktbezogene Service bei einer freien Werkstatt deswegen schlechter ist, lassen die augenscheinlichen Verhältnisse selten erkennen.

Der Trade-Off zwischen Modellkenntnis und Flexibilität

© Meike Pantel / pixelio.de

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Termine lassen sich in der Regel für beide Werkstatt-Typen gleichermaßen vereinbaren. Bei Vertragswerkstätten müssen Kunden ggf. etwas mehr Vorlaufzeit einplanen, insbesondere im Frühjahr und Herbst zum Sommer- bzw. Winterreifenwechsel, da dieser Service oftmals im Inspektionspaket enthalten ist und gar die Räder auf Kundenwunsch in der Vertragswerkstatt eingelagert werden. Dennoch bieten auch freie Werkstätte diesen Service des Reifenwechsels mit an, meist jedoch ohne Option zur Einlagerung. In puncto Dauer einer Fahrzeugwartung können die Vertragswerkstätten ebenfalls etwas besser abschneiden als freie, da sie mit der Technik der „hauseigenen“ Fahrzeugmarke sowie den eigenen Modellen besser vertraut sind.

Ferner verfügen die Vertragswerkstätten meist über eine direkte Verfügbarkeit benötigter Ersatzteile, welche bei freien Werkstätten oftmals erst nach Diagnose am Fahrzeug bestellt werden müssen. Dies vermindert unter Umständen markant die Stehzeit eines Kundenfahrzeugs sowie die „Belagerung“ der Werkstattfläche. Bei den vertraglich gebundenen Werkstätten werden soweit nicht angegeben Original-Teile bei Reparaturen verbaut, freie Werkstätten können dagegen oftmals auf OEM-Hersteller zurückgreifen und damit auch günstigere Preise bei der Reparatur anbieten. An dieser Stelle ist jedoch Vorsicht geboten: Bei sicherheitsrelevanten Bauteilen wie Bremsen und Bereifung sollte der Kunden immer ein Auge auf die Herkunft der Teile werfen, um auf Nummer sicher zu gehen.

Vertragswerkstatt in der Stadt – freie Werkstatt auf dem Land

Dennoch dürften einige Kunden dieses Manko gerne in Kauf nehmen, wenn sie abseits einer größeren Stadt wohnen: Denn die Vertragswerkstätten befinden sich meist in Ballungszentren, was für ländlicher Beheimatete schnell einen Weg von 30 Kilometern sowie Organisation der An- und Abreise ohne das eigene Auto bedeutet. Hier punkten wiederum freie Werkstätten, die sich auch in weniger besiedelten Gegenden finden und aufsuchen lassen.

© Pauline / pixelio.de

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Wer also einen Spezialisten für seine Fahrzeugmarke sucht und bereit ist, den einen oder anderen Euro mehr auszugeben, sollte sich mit einer Vertragswerkstatt in Verbindung setzen. Wem der Service nicht ganz so wichtig erscheint, dafür aber die Nähe zur Werkstatt sowie die preisliche Gestaltung, wird mit einer freien Werkstatt besser zufrieden sein. Darüber hinaus ist letztere vor allem für solche Autoliebhaber interessant, die gleich mehrere Fabrikate verschiedener Hersteller in ihrer Garage stehen haben.

Die Garantie eines Fahrzeugs wird indes nicht negativ beeinflusst, wenn der Kunde zu einer freien Werkstatt geht. Jedoch bieten Vertragswerkstätten oftmals einen besonderen „Stempel“, beispielsweise in Form einer Hersteller-gebundenen Mobilitätsgarantie an, welcher von den freien Werkstätten nicht zwingend vergeben wird. Eine Übersicht von Top-Werkstätten samt Bewertungen gibt es auf Autoplenum.de zum Nachlesen.

Fotos: pixelio.de

Unser Hauptautor und Chefredakteur. Hat eine Schwäche für Hothatches, Audi RS-Modelle und sonstige V8-Boliden. Privat bleibt er bislang der Marke VW treu.

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