Hydrogen statt Hybrid im BMW 7er – Bloß eine Vision oder doch greifbare Zukunftsmusik?

25. Juni 2009
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Nicht nur Audi versucht sein Glück durch Eco-PRs, sondern ebenso die Konkurrenz von BMW. Dabei ist die Idee des wasserstoffbetriebenen Fahrzeugs längst keine neue mehr. BMW hat es sich jedoch nicht nehmen lassen, das Hydrogen-Konzept direkt mal in seiner obersten PKW-Klasse einzusetzen…

Ausgereift war das Konzept bereits im Herbst 2006, ein knappes Jahr später ließen sich dann die ersten Fahrzeuge auf der IAA 2007 in Frankfurt bewundern. Der BMW 760i wurde mit einem zusätzlichen Wasserstofftank ausgerüstet, der leider seinen Platz mit anteiligen 50% des Kofferraums behauptet. 8 Kg sollen die Luxus-Limousine für 200 Km vorantreiben, der bisherige Benzintank steht per Knopfdruck auf dem Lenkrad weiterhin zur Verfügung. Insgesamt kommt man damit 700 Km weit, was bislang jedoch nicht zur nächsten Hydrogen-Tankstelle reichen muss.

Deutliche Einbußen erfahren dabei die technischen Motorwerte. Die Leistung schrumpft von 444 auf 260 PS, von 0-100 Km/h braucht es dabei 9,3s. Der Anzug beträgt bei Wasserstoffbetrieb noch 390 statt 600 Nm, die Spitze liegt bei 230 Km/h. Besonders lästig ist für den Endverbraucher der Tankvorgang: Trotz voll-automatischem Vorgang dauert es insgesamt 8 Minuten, bis der Tank gefüllt ist. Sein Platzanspruch bestimmt sich weniger durch das Volumen für Treibstoff, sondern mehr durch die 30cm-dicken Isolationswände, um den “Sprit” flüssig und auf -250°C zu halten. Würde man den Tank als Thermo-Kaffeekanne benutzen, wäre das Lieblingsgetränk des Deutschen erst 3 Monate später auf genießbare Temperaturen gesunken.

Die Nutzung von Wasserstoff als Energiequelle ist weiterhin fragwürdig. Zwar ist die Ausnutzung der Möglichkeiten durch den Verbrennungsmotor im BMW 7er nicht schlecht (im Gegensatz zur Brennstoffzelle, die den Treibstoff in elektrische Energie umwandelt), jedoch ist die grundlegende “Herstellung” von Wasserstoff, d.h. die Trennung von Wasser- und Sauerstoff-Molekülen, so energieaufwändig, dass sich bislang keine positive Öko-Bilanz gegenüber den fossilen Brennstoffen ergibt.

Ein übersichtlicher Pool von Exemplaren ist seit einiger Zeit für Privatnutzer erhältlich, im Normalfall jedoch nur als Leasing-Auto. Als sportliche Alternative zum Luxus bietet Mazda mit dem RX-8 ebenfalls ein alltagstaugliches Wasserstoff-Auto an!

Bilder via niallkennedy, Richard Selin, thingermejig

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