Bloodhound Super Sonic Car: Ein Königreich für den Weltrekord

Schnelligkeit zahlt sich manchmal aus. Vor allem, wenn solch verrückte Speedjäger wie Andy Green dem nächsten Weltrekord nacheifern. Was zuletzt mit dem ThrustSSC unter Jubelschreiben gelang, war noch längst nicht das Ende der Fahnenstange. Das neue Raketenmobil hört auf den Namen Bloodhound Super Sonic Car.

Das Bloodhound Super Sonic Car für Südafrika

Nein, es geht diesmal nicht um eine zweite Fussball-WM. Doch weltbewegend wird auch dieses Ereignis, wenn sich Leistungsträger Andy Green in das knapp 137.000 PS starke Bloodhound Super Sonic Car begibt. Nach etlichen Testläufen soll in diesem Jahr auf dem Hakskeen Pan in Südafrika der bisherige Weltrekord zu Land von 1.228 Km/h geknackt werden.

Angepeilt werden sagenhafte 1.000 Meilen pro Stunde, also 1.609 Km/h Topspeed mit Boden unter den Rädern. Mit handelsüblichen Mitteln ist hier wenig auszurichten, weshalb das Entwicklerteam auch auf einen doppeltes Triebwerksystem setzt. Einem Leergewicht von gut 7,5 Tonnen stehen dabei exakt 136.872 PS gegenüber – und damit mehr als 130 Mal so viel Leistung wie in einem Bugatti Veyron.

Zur besseren Stabilität sind die Antriebe des Bloodhound Super Sonic Car wie folgt konstruiert worden: Oben sitzt die Düse Eurojet EJ200, welche dem Eurofighter entnommen wurde und etwa 90 kN zur Systemleistung beiträgt. Darunter sitzt das deutlich schwerere, mit 130 kN aber auch leistungsstärkere Raketentriebwerk. Der enorme Schub wird so möglichst nahe am Fahrzeugschwerpunkt freigesetzt – und in unmittelbare Beschleunigung verwandelt.

Auf die Standfestigkeit kommt es an

Über die nötige Bremswirkung hat man sich im Entwicklerteam natürlich auch Gedanken gemacht. Bei der angepeilten Höchstgeschwindigkeit drehen sich die Räder des Bloodhound Super Sonic Car etwa 174 Mal pro Sekunde. Um vor dem Ende der vorgesehenen Rekordstrecke zum Stillstand zu gelangen, wird ab ca. 1.280 Km/h aktive Bremskraft benötigt. Per Druckluftbremsen und mit Castrol-React SRF Bremsflüssigkeit soll eine kontrollierte Verzögerung um etwa 100 Km/h pro Sekunde ermöglicht werden.

Da Bremsschirme unmittelbar reißen würden, muss die Reibung an den Bremsscheiben entsprechend hoch ausfallen. Hier werden Temperaturen von bis zu 1.200° C erwartet – offensichtlich kein Zuckerschlecken für Fahrer und Technik.

Fotocredit: Flock and Siemens

Unser Hauptautor und Chefredakteur. Hat eine Schwäche für Hothatches, Audi RS-Modelle und sonstige V8-Boliden. Privat bleibt er bislang der Marke VW treu.

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