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Ratgeber Autoverkauf: Welche Optionen gibt es?

18. Mai 2015
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Die meisten dürften schon einmal vor der Entscheidung eines Autokaufs gestanden haben. Manchmal war es unangenehme Pflicht, weil das bisherige Gefährt das Zeitliche gesegnet hat und man doch irgendwie auf ein Fahrzeug angewiesen ist. Oftmals möchte man aber einfach nur einen Tapetenwechsel anstreben – und das alte Modell natürlich möglichst gewinnbringend verkaufen. Doch wie geht man bei einem Autoverkauf am besten vor?

Ware gegen Bares: Oftmals erfolgt der Autoverkauf an Privatbesitzer.

Ware gegen Bares: Oftmals erfolgt der Autoverkauf an Privatbesitzer.

Viele Wege führen nach Rom

Wer einen Autoverkauf anstrebt, wird viele Möglichkeiten für eine Abgabe seines Exemplars finden. Manchmal findet sich ein Bekannter im näheren sozialen Umfeld, der einen Gebrauchten sucht. Klassischerweise lässt sich ein Verkauf auch über eine Zeitungsannonce angehen, etwas weitreichender kann man zudem über die bekannten Verkaufsportale im Internet einen Interessenten finden.

Wer es sich ganz einfachen möchte und weniger auf einen maximal erzielbaren Verkaufspreis aus ist, hat auch die Möglichkeit an bzw. über einen Händler zu verkaufen sowie wahlweise ein Online-Portal aufzusuchen. Welcher Weg in welchem Falle zu wählen sich lohnt und wie man die bestmöglichen Verkaufschancen ergreifen kann, zeigen wir in diesem Artikel.

Das Verkaufsexemplar sollte sich beim Interessenten sehen lassen können.

Das Verkaufsexemplar sollte sich beim Interessenten sehen lassen können.

Vorweg sei erwähnt: Je jünger, unverbrauchter und gepflegter ein Fahrzeug auf dem Papier und in seinem Erscheinungsbild wahrgenommen wird, umso besser für den Verkäufer. Jahrelange Pflege und Scheckheftführung beim Vertragshändler machen sich im Nachgang nicht selten bezahlt, da die Beschaffenheit des Fahrzeugs für den Interessenten möglichst transparent wird.

Das Auge kauft bekanntlich ebenfalls mit, also ist jede nicht vorhandene Beule oder rostgefährdete Macke ein Pluspunkt unter den Verkaufsargumenten. Zudem bleiben beliebte Modelle und Premium-Fabrikate oftmals wertstabiler als vergleichbare Produkte ihrer Fahrzeugklasse, sodass auch ein höherer Anschaffungspreis sich bereits für einen späteren Wiederverkauf lohnen kann.

Viele Käufer gehen lieber zum Händler, aus Sicherheitsgründen.

Viele Käufer gehen lieber zum Händler, aus Sicherheitsgründen.

Die Qual der Wahl: Autoverkauf an privat oder Händler?

Prinzipiell ist es einfacher denn je, sein altes Gefährt einem neuen Besitzer anzubieten. Nebst der Inserate in lokalen und regionalen Tagesszeitungen lässt sich ein Autoverkauf heutzutage bequem im Internet angehen. Die Zielgruppe kennt hierbei eigentlich keine Grenzen, erreicht werden Interessenten aus ganz Deutschland und zum Teil auch über die Grenzen hinaus.

Dass sich auf vielen Portalen auch schwarze Schafe bewegen, sollte erst einmal niemanden von einem Verkaufsinserat abschrecken. Mit einer übersichtlichen Darstellung der technischen Fahrzeugdaten, qualitativ genügenden Fotos und einem angemessenen Verkaufspreis sollten Anfragen von potenziellen Käufern nicht lange auf sich warten lassen.

Wenn man das Risiko der eingeschränkten Sachmängelhaftung von privat eingeht, sollte der Preis stimmen. // © Thorben Wengert

Wenn man das Risiko der eingeschränkten Sachmängelhaftung von privat eingeht, sollte der Preis stimmen. // © Thorben Wengert

Aber die private Verkaufsschiene hat auch ihre Schattenseiten: Wie viel kann ich für mein Fahrzeug noch fordern? Wo liegt möglicherweise die Schmerzgrenze für die Käuferschicht? Und wie viel Zeit sollte ich in das Projekt Autoverkauf investieren? Je mehr Anfragen auf den Verkäufer einprasseln, desto erfreuter ist dieser meist zu Beginn.

Doch wenn auch nach der x-ten Probefahrt noch niemand fest zugesagt hat, stellt sich nicht selten auch Ernüchterung ein. Der zeitliche Aufwand nebst sonstigem Berufs- und Alltagswesen kann schnell überhand nehmen, sodass man schließlich entnervt einem feilschenden Schnäppchenjäger nachgibt, um sein Projekt endlich abzuschließen.

Manchmal lohnt sich der Weg über einen Händler eben doch.

Manchmal lohnt sich der Weg über einen Händler eben doch.

Je spezieller das eigene Exemplar hinsichtlich Bekanntheitsgrad und vorangehender Verkaufszahlen ausfällt und je älter bzw. abgenutzter es ist, desto mehr macht ein Verkauf an private Interessenten Sinn. Sicherlich gibt es auch einige Gebrauchtwagenhändler, die sich auf besondere Geschmäcker spezialisiert haben, doch dazu wird erst einmal Recherche nötig.

Und oftmals lässt sich der Spieß sogar ganz rumdrehen: Solche Händler mit exotischer Auslese auf ihren Verkaufsflächen werden oft selbst aktiv und suchen zum Ankauf seltene Modelle auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Dennoch sei angemerkt: Ein Onlineinserat kostet an dieser Stelle oftmals nichts, ist mit einem Fixaufwand zur Erstellung der Anzeige getan und bleibt über einen längeren Zeitraum für Interessenten sichtbar.

Händler haben zudem die Option, kurzfristig einen Werkstattcheck zu machen. // © Stefan Bayer

Händler haben zudem die Option, kurzfristig einen Werkstattcheck zu machen. // © Stefan Bayer

Junge Gebrauchte stehen gern beim Händler

Handelt es sich beim dargebotenen Gebrauchtwagen allerdings um ein jüngeres Modell, ist der Autoverkauf an privat nicht unbedingt der beste Weg. Insbesondere Vertragshändler namhafter Hersteller bieten auch junge Gebrauchte bis zu einem Alter von fünf Jahren an, soweit der technische Zustand für sie hinnehmbar ist.

Vor allem erscheint der Weg über den Händler sinnvoll, wenn es ein Neu- oder Jahreswagen werden soll: Dann werden seitens der Autohäuser solche gerne im Rahmen einer Inzahlungnahme für einen attraktiven Preis angeboten. Darüber hinaus reichen mittlerweile auch Internetportale, die nebst einer Schätzung des Restwerts auch gleich ein Kaufangebot in Kooperation mit Händlern abgeben.

Hierbei lässt sich beispielsweise per Eingabe der technischen Fahrzeugdaten ein grober Vorabwert ermitteln, anhand dessen der bisherige Halter entscheiden kann, ob er prinzipiell an der Abgabe seines Gefährts interessiert ist. Nicht selten übernimmt die Agentur folglich die Kosten für einen Gutachter zur genauen Wertbestimmung, die Abmeldung des Fahrzeugs und die sonstige Kaufabwicklung.

Fotocredit: pixelio.de

Unser Hauptautor und Chefredakteur. Hat eine Schwäche für Hothatches, Audi RS-Modelle und sonstige V8-Boliden. Privat bleibt er bislang der Marke VW treu.

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